Hans Wallpott (1927 – 2017)

Unternehmer und Karnevalist

Man könnte sein Leben überschreiben mit den Worten: „Ein Mensch zwischen Geschäft, Karneval und Zoo“. Hans Wallpott wurde am 8. Juni 1927 in Köln geboren. Er war verheiratet mit Frau Annemie und hatte zwei Kinder – Tochter Isabelle und Sohn Markus.

Nach der Schule absolvierte Hans Wallpott eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann im elterlichen Bekleidungshaus in Köln–Ehrenfeld und leitete es bis zur strukturbedingten Verlegung des Geschäftes 1995 nach Pulheim, ebenfalls an die Venloer Straße. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit der Geschäftsverlegung um die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Sein Sohn Markus übernahm das Geschäft und gab auch manchen Posten in der Karnevalsgesellschaft ab.

Schon während seiner Lehrzeit war Hans Wallpott durch die Bombenangriffe immer wieder gezwungen, zusammen mit seinem Vater neue, provisorische Verkaufsräume für das elterliche Textilgeschäft in Ehrenfeld zu suchen und einzurichten. Gegen Ende des Krieges geriet der junge Hans Wallpott noch in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Dänemark. Als er erfuhr, dass Landarbeiter bevorzugt entlassen würden, beschloss er Gärtner zu werden.

Mit der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde Hans Wallpott Gärtner in der Freiluft- und Gartenschule in Köln, in der Nähe des Militärrings. Diese neue Tätigkeit und seine Kenntnisse konnte er also gleich zweifach gut verwenden. Zum einen schuf er damit eine Basis für sein zweites Hobby, den Eifelzoo, und zweitens konnte man in den Kassematten am Militärring hervorragend neue Wolldecken der ehemaligen Wehrmacht „organisieren“ oder sollte man besser sagen „fringsen“. Die Wolldecken wurden zu Sakkos und Mänteln verarbeitet und dann auf dem „schwarzen Markt“ gegen andere Gegenstände des täglichen Lebens und gegen Lebensmittel getauscht.

Eine weitere Einnahmequelle war ein angepachtetes Baggerloch, der „Wassermann“ am Görlitzweg, gedacht für Angler, denen man im väterlichen Geschäft die Angelausrüstung gleich mit verkaufen konnte. Hiermit legte er sicherlich den Grundstein für seine Liebe zur Natur. Nebenbei spielte er auch noch in einer Musikband – nicht immer zum Wohlgefallen der Militärbesatzung – unter einem blau-goldenen Sternenhimmel.

Neben seiner Haupttätigkeit als Inhaber und Geschäftsführer das großen Bekleidungshauses Wallpott an der Venloer Strasse in Ehrenfeld widmete er sich erfolgreich zwei sehr verschiedenen Hobbys: dem Karneval und seinem Privatzoo in der Eifel.

Erste Sporen im Karneval verdiente er sich bei den “Lyskirchener Junge“ und der „Großen Allgemeinen Ehrenfelder KG blau-gold“. Weil sich die altgedienten Korps Anfang der 70er-Jahre weigerten, bei Herrensitzungen aufzutreten, beschloss Hans Wallpott anlässlich einer Herrensitzung der Ehrenfelder KG die Gründung eines neuen Korps, der heutigen „Bürgergarde Blau-Gold“ – unabhängig von der Meinung des Festkomitees und der Drohung „Ihr werdet niemals in das Festkomitee aufgenommen“ – heute sind sie Traditionskorps!

Dank seines Einsatzes stand trotzdem schon im nächsten Jahr – 1972 – das Korps auf der Bühne. Übrigens zählten zu seinen ersten Gardisten Ludwig Sebus und Senator Markus Wallpott. Eine besondere Attraktion war ein Schimpanse in Unform, der als Familienmitglied im Hause Wallpott sein eigenes Zimmer hatte und während der übrigen Zeit im Trainingsanzug am Familienleben teilnahm. Erster Kommandant des Korps wurde natürlich Hans Wallpott selbst und blieb es bis zum Jahr 2000. Zusammen mit seiner Frau Annemie führte Hans Wallpott 22 Jahre lang die Kölner Kinderdreigestirne.

Wallpott gründete im Jahre 1972 den privaten Eifelzoo in Pronsfeld – Lünebach bei Prüm. Der Eifel-Zoo umfasst heute eine Größe von 300.000 qm, beherbergt über 500 Tiere und ist anerkannte Straußenzuchtfarm.

Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen nahm Hans Wallpott in seinem Leben entgegen, z. B.: Ehrenvorsitzender der Bürgervereinigung Ehrenfeld, Ehrenpräsident des Festausschusses Ehrenfelder Karneval, Träger des Goldenen Verdienstordens des Festkomitees Kölner Karneval, Ehrenmitglied verschiedener Kölner Karnevalsgesellschaften.

 

Ein kurzer Nachruf der Bürgergarde “blau-gold” von 1904 e.V. Köln

 

Hans Wallpott

*8. Juni 1927         †16. Mai 2017

 

Am 16. Mai 2017 verstarb im Alter von 89 Jahren unser Ehrenpräsident und Generalfeldmarschall Hans Wallpott.

Hans war nicht nur unser Ehrenpräsident und über 55 Jahre aktives, sondern vor allen anderen Dingen förderndes und prägendes Mitglied der Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V. Köln.

Er war der Begründer und Urvater unserer Bürgergarde – so wie man sie heute kennt.

Von 1977 bis 2004 führte er als Präsident unsere Gesellschaft und erreichte durch sein unermüdliches und stetiges Engagement, dass diese im Jahr 2001 in den Rang eines Kölner Traditionskorps erhoben wurde.

In seine Amtszeit fallen auch die aufwendigen Restaurierungsarbeiten, des im Jahr 1989 eingeweihten Blau-Gold-Turms, der den Vereinssitz und die Kammer der Bürgergarde beheimatet.

Nicht zu vergessen, dass Hans auch Mitbegründer und aktiver Förderer des Kölner Kinderdreigestirns war, welches er über zwei Jahrzehnte lang bis 1990 mit seiner Frau Annemie führte.

Im Anschluss an die umfangreichen Feierlichkeiten anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Bürgergarde „blau-gold“ im Jahr 2004 gab er sein Präsidentenamt ab und legte es in die Hände seines Sohnes Markus Wallpott.

Die Bürgergarde „blau-gold” verliert nicht nur ein mehr als verdientes Mitglied und seinen Ehrenpräsidenten, mit dem uns viele schöne Erinnerungen verbinden, sondern wir alle verlieren einen väterlichen Freund und Ratgeber, der unsere Gesellschaft in der heutigen Form erschaffen und für immer geprägt hat.

Hans Wallpott wird immer in unseren Herzen und Gedanken bleiben.

 

Quellen Text: http://www.bv4.de/historie_persoenlichkeiten.html

Abgerufen am 01.05.2022

 

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